In keinem anderen Land der Welt sind Götter so allgegenwärtig wie in Ägypten. Jeder Tempel, jedes Grab, jede Hieroglyphe erzählt von ihnen. Mit diesem Überblick wirst du sie erkennen.
Die wichtigsten Götter
*Ra (Re)* — Sonnengott und König der Götter. Wird mit einem Falken- oder Widder-Kopf mit Sonnenscheibe dargestellt. Jeden Tag fährt er mit seiner Sonnenbarke über den Himmel und besiegt nachts den Schlangendämon Apep.
*Osiris* — Gott der Unterwelt und Auferstehung. Grüne Haut (Symbol der Fruchtbarkeit und Wiedergeburt), Krone mit Federn. Nach seinem Tod durch seinen Bruder Seth wurde er von Isis wieder zum Leben erweckt — die Grundlage der ägyptischen Auferstehungsreligion.
*Isis* — Göttin der Magie und Mutterschaft. Eine der mächtigsten Gottheiten. Sie sammelte die Körperteile des ermordeten Osiris ein und erweckte ihn zurück. Symbol: ausgebreitete Flügel.
*Anubis* — Gott der Totenwelt mit Schakalkopf. Er begleitete die Seelen in die Unterwelt und wog das Herz des Verstorbenen gegen die Feder der Maat (Gerechtigkeit). War es leichter als die Feder — ewiges Leben. War es schwerer — Verdammnis.
*Horus* — Falkengott, Sohn von Osiris und Isis. Symbol der Königsherrschaft — jeder lebende Pharao galt als Inkarnation des Horus.
*Thoth* — Gott der Weisheit und des Schreibens, mit Ibiskopf. Erfinder der Hieroglyphen laut Überlieferung.
**Das Herzwiegegericht — die Idee des Jüngsten Gerichts** Die ägyptische Vorstellung eines Lebens nach dem Tod war komplex und moralisch: Wer gut gelebt hatte, kam ins Paradies (Aaru). Wer schlecht gelebt hatte, wurde von Ammit gefressen — einem Mischwesen aus Krokodil, Löwe und Nilpferd. Diese Idee beeinflusste später jüdische, christliche und islamische Jenseitsvorstellungen.
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